Kyosho Laberbacke

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.07.2006 Beiträge: 36 Wohnort: Coesfeld
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Verfasst am: 12.08.2006, 09:32 Titel: Thut ench-Amun (Mumie) |
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Tutanchamun
(Weitergeleitet von Tutenchamun)
Tutanchamun (lebendes Bild des Amun oder zu Ehren von Amun), auch fachsprachlich nicht korrekt Tutenchamun genannt, war ein ägyptischer Pharao der 18. Dynastie, der etwa von 1333 bis 1323 v. Chr. regierte.
Familie
* Vater: Echnaton
* Mutter: Nofretete, Kija, Maketaton, Meritaton oder Sitamun
* Geschwister: unsicher, wohl 5 Schwestern bzw. Halbschwestern und möglicherweise 1 Bruder bzw. Halbbruder (Semenchkare)
* Ehefrau: Anch-es-en-pa-Aton (Anch-es-en-Amun)
* Söhne: keine
* Töchter: zwei Föten im Grab gefunden (Totgeburt/Frühgeburt - siehe Text).
Herkunft
Allgemein wird Echnaton als Vater des Tutanchamun angesehen, wie Funde aus Tell el-Amarna nahelegen; der Name seiner Mutter ist jedoch strittig. Favoritin der Ägyptologen bezüglich der Mutterschaft ist Echnatons große Geliebte Kija, des Weiteren kommen Nofretete und auch Maketaton in Betracht. Alle drei Frauen verschwinden um das Jahr 12 des Echnaton aus den Aufzeichnungen. Kijas Inschriften werden getilgt und überschrieben, Maketaton stirbt im Alter von acht oder zehn Jahren und wird in der Königsgruft von Amarna bestattet. Ihr junges Alter könnte auf einen Tod im Kindbett hinweisen. Ein Wandrelief zeigt die trauernde Königsfamilie, ein weiteres eine Amme mit einem Knaben. Die Inschrift hierzu ist zerstört, die Kartuschen zeigen aber die Reste des Namens Nofretete.
Regentschaft
Von einer verschworenen Gemeinschaft aus hohen Beamten, Priestern, des Generals Haremhab und des ehemaligen Wesirs des Echnaton Aya, auch Eje genannt, der möglicherweise ein Bruder der Teje war, wird er erst vier Jahre nach dem Tode Echnatons und damit, wie von einigen Forschern angenommen, einer dazwischen liegenden 3-jährigen Regentschaft des Semenchkare, als 9 jähriger Prinz Tutanchaton zum Pharao gekrönt. Der unmündige Kindpharao soll als von dieser Gruppe leicht zu lenkende Marionette ihren eigenen Machenschaften nicht im Wege stehen, die in erster Linie die Wiederabschaffung des von seinem Vater eingeführten Atonkultes zum Ziel haben. Sein Thronname lautet Neb-cheperu-Rê. Er wird mit Anchesenpaaton, der 3. Tochter Echnatons, die somit seine Schwester oder Halbschwester wäre, vermählt. Grabfunde und Inschriften belegen, dass sie außer den beiden verstorbenen Töchtern, eine Frühgeburt und eine Totgeburt, keine weiteren Kinder hatten.
Unter dem Druck der Priesterschaft, hoher Beamter und wohl auch unter dem Einfluss seines Erziehers Eje wird der von Echnaton stark bevorzugte Atonkult wieder begrenzt; er wurde jedoch nicht verboten. Der Kindpharao wird gezwungen, der Politik seines verstorbenen Vaters und seiner Bevorzugung des Aton abzuschwören. Er ändert seinen Namen Tut-anch-Aton in Tut-anch-Amun (lebendes Bild des Amun oder zu Ehren des Amun) und den seiner Gemahlin in Anchesenamun ("sie lebt für Amun"). Die neue Hauptstadt Achet-Aton, heute Tell el-Amarna, wird schließlich im zweiten Regierungsjahr als Residenz aufgegeben. Der Königshof zieht nach Memphis um und nicht nach Theben, wie oft fälschlich behauptet wird.
Der bedeutendste Beleg für die unter Tutanchamun durchgeführte Politik ist seine später von Haremhab usurpierte Restaurationsstele, die in Karnak aufgefunden wurde. Auf ihr wird der Verfall des Reiches unter Aton beschrieben und er proklamiert die Rückkehr zu den alten Göttern. Im ganzen Land lässt der junge Pharao die Tempel der alten Götter restaurieren. Im Luxortempel wird die Dekoration der Kolonnade vollendet, Karnak erhält zwei neue Kapellen und an der Sphinxallee wird wieder gearbeitet. In Medinet Habu baut er an seinem Totentempel (vielleicht der ehemalige Tempel des Anch-cheperu-Rê). Von Giseh bis nach Nubien gibt es Hinweise auf seine Bautätigkeit.
Neben Eje und Haremhab sind noch diverse andere Beamte unter Tutanchamun bezeugt. Der südliche Wesir war ein gewisser Usermont und Pentu war ein weiterer Wesir, der bisher nur von einer Topfaufschrift im Grab bezeugt ist. Eine bedeutende Persönlichkeit war auch der Schatzhausvorsteher Maya, dessen Grab in Saqqara gefunden wurde und reich mit Reliefs dekoriert war. Vizekönig von Kusch war schließlich Huy, der vor allem von seinem reich dekorierten Grab in Theben bekannt ist.
Tod
Die Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum (Kairo)
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Die Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum (Kairo)
Über das Sterbealter wurde unter den Ägyptologen heftig diskutiert: Derry, Harrison, Leek, Germer u. a. gaben ihm eine Lebenszeit von ca. 18 Jahren. Gabolde, Wente und Harris hielten die Mumie für die eines 23 bis 27 Jahre alten Mannes. Die CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 hat jetzt in diesem Punkt Klarheit gebracht: Tut-anch-Amun starb im Alter von 18 bis 20 Jahren.
Der Tod des Königs kam plötzlich und unerwartet. Lange Zeit wurde von Fachleuten angenommen, dass obwohl Tutanchamun immer in der Nähe seines Großvaters Amenophis III. bestattet sein wollte, ihn sein höchster Berater und Nachfolger Eje II. in einem kleinen, nicht ursprünglich für eine königliche Bestattung vorgesehenen Grab (KV62) im Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige) beisetzen ließ. Nach neueren Überlegungen kamen Ägyptologen jedoch zu der Ansicht, dass Tutanchamuns Grab (KV62) von Anfang an als solches für ihn vorgesehen war, da ein naheliegendes Grab (KV 55) als das der Kija, einer Kandidatin seiner Mutterschaft (in der Theorie als Mutter nachgewiesen).
Die Namen des Pharaos, seiner Gattin und des Nachfolgers Eje wurden wie der aller Amarna-Könige schon wenig später von Haremhab oder Sethos I. in allen offiziellen Dokumenten gestrichen und von den Wänden abgekratzt, so dass sie in keinen Königslisten auftauchen. Auf Amenophis III. folgt dort direkt Haremhab. Das Grab entging der völligen Plünderung, da der Eingang mit Abraum vom Aushub des Grabes Ramses' VI. verschüttet war. Jedoch muss es vorher mindestens zwei mal Personen gelungen sein, in das Grab einzudringen.
Todesursache
Seit der Entdeckung des Pharaos in seinem Grab wird über die Todesursache immer wieder spekuliert.
Sein Nachfolger und engster väterlicher Berater Eje richtet das Begräbnis für Tut-anch-Amun aus und er wird bereits in dessen Grabkammer, die zu Lebzeiten des noch sehr jungen Pharaos auch mit den Gemälden und Inschriften angelegt wurde, als sein Nachfolger bei der Mundöffnungszeremonie dargestellt. Da sofort beim Tod eines Pharaos alle Arbeiten in seiner Grabanlage immer eingestellt wurden und im Grunde niemand vorher wissen konnte, dass Tut-anch-Amun schon mit 18 Jahren sehr früh sterben würde, Eje aber selbst, mehr als 50 Jahre alt, eigentlich damit rechnen musste, diesen Pharao nicht zu überleben, könnte diese vor dem Tod von Tutanchamun angefertigte Darstellung der Mundöffnungszeremonie ein Hinweis darauf sein, dass Eje bei dem frühen Tod von Tut-anch-Amun seine Hände mit im Spiel hatte. Ein mit den Jahren zunehmend selbstbewusst werdender Pharao, der dann womöglich auch noch einen männlichen Nachfolger zeugen würde, war nicht in seinem Interesse.
So erläutert Bob Brier in seinem Buch Der Mordfall Tutanchamun, dass der Tod durch gewaltsame Einwirkungen von außen eingetreten wäre. Dabei geht er von einer unnatürlichen Todesursache aus. Er belegt dies mit uralten Röntgenaufnahmen, auf der eine Verletzung des Schädels zu sehen ist. Dies war in Ägyptologenkreisen, aber auch unter Medizinern sehr umstritten, doch handelte es sich hierbei um ein Missverständnis: auf der Röntgenaufnahme sind ein abgesplittertes Knochenstück zu sehen, dass sich nach dem Tode löste. Vielfach ging man davon aus, dass sowohl Harris, der die Aufnahmen anfertigte, als auch Brier sich darauf beziehen. (Zumindest bei Brier kann dies durch das Lesen seines, zugegebenermaßen etwas schlecht strukturierten Buches, geklärt werden.) Weiterhin zeigte sich jedoch ebenfalls eine Druckverletzung, die durch einen Schlag oder einen Tumor entstanden sein könnte. Brier entscheidet sich für einen Schlag, was jedoch ein Trugschluss war - wie durch die spätere CT-Untersuchung festgestellt wurde. Ebenfalls ist auch nicht abschließend geklärt, wer Tutanchamuns Eltern waren. Das heute fehlende Brustbein und die fehlenden Rippen der Mumie geben weitere Rätsel auf. Bei der Bergung gingen Carter & Carnavorn nicht sehr sanft mit dem Körper um und waren mehr auf die kostbaren Materialien fixiert, so dass die Beschädigungen wohl daher kommen.
Um das Geheimnis der Todesursache des Tutanchamun intensiver zu untersuchen, wurde seine Mumie wie schon erwähnt am 6. Januar 2005 in Luxor aus dem Sarkophag geholt, in dem sie aufgebahrt wird. Mittels einer Computertomografie wurde der Körper des Pharao untersucht. Bei dieser Gelegenheit beklagte der Generalsektretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Dr. Zahi Hawass noch einmal den schlechten Zustand der Mumie, den er auf die nicht fachgemäße Behandlung durch Howard Carter zurückführte. Bei der anschließenden Untersuchung stellte sich heraus, dass die Todesursache Tut-anch-Amuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Zur allgemeinen Überraschung ist ein bislang unentdeckter Oberschenkelbruch des linken Beins entdeckt worden. Einige Spezialisten des selben Untersuchungsteams erkannten auch einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines. Strittig blieb jedoch, ob der oder die Brüche vor oder nach dem Tod des Königs erfolgten. Einige Ärzte vermuteten, dass zumindest einer dieser Beinbrüche zu Lebzeiten des Pharaos geschah und in kürzester Zeit zu einer tödlichen Infektion geführt hat. Bei dieser Annahme bleibt es aber weiterhin spekulativ, ob ein solcher Bruch vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unfall oder ein Attentat verursacht wurde.
Ein anderes Mordszenario, wie zum Beispiel durch Gift oder Erdrosseln, kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Nach weiteren Untersuchungen der alten Röntgenbilder durch den Radiologen Richard Boyer folgerte dieser einst, dass Tut-anch-Amun unter Skoliose (Deformation der Wirbelsäule) und an dem Klippel-Feil-Syndrom (Verschmelzen mehrerer Halswirbel miteinander) litt. Die Untersuchungsbeteiligten der Computertomografie können eine Skoliose nicht bestätigen. Sie vermuten, dass die zweifellos vorhandene leichte Wirbelsäulendeformation durch die Mumifizierung verursacht wurde. Zum Thema Klippel-Feil-Syndrom wird jedoch in der offiziellen Presseverlautbarung vom 8. März 2005 nichts gesagt.
Die untersuchenden Wissenschaftler sind zumindest übereinstimmend der Ansicht, dass sich die von Bob Brier geäußerte Mordtheorie durch die Ergebnisse der CT-Untersuchungen im Januar - März 2005 nicht bestätigen lässt. _________________ Wer früher stirbt, ist länger Tod!!! |
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